Ohara Shôson (Koson)
(1877 – 1945)
11. Oktober 2008 von japankunst
Japanischer Maler und Meister des Farbholzschnitts
Geboren in der Stadt Kanazawa (Präfektur Ishikawa) unter dem Geburtsnamen Ohara Matao. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er durch den in der Shijô-Maruyama-Tradition arbeitenden Maler Suzuki Kason (1860-1919), welcher ihm auch den Künstlernamen Koson verlieh, unter dem er wohl am bekanntesten ist.
Er wirkte als Lehrer an der von Okakura Tenshin geleiteten Tokioter Kunstakademie (Tôkyô Bijutsu Gakkô), einem Zentrum der aus dem Boden der alten japanischen Maltraditonen erneuerten japanischen Malerei (Nihon-ga).
Durch Ernest Fenollosa wurde Koson angeregt, das alte japanische Genre der Kachô-ga (Vogel und Blumenbilder) in Form von Farbholzschnitten wieder aufzunehmen. Diese Vogel- und Tierbilder machten ihn bald vor allem im Ausland berühmt.
Unter dem Namen Koson veröffentlichte er bis ca. 1911/12 seine frühen, gedämpftfarbigen Tierbilder bei dem Verleger Matsuki Heikichi (Daikoku-ya).
Ab 1926 arbeitete er unter seinem zweiten Künstlernamen Shôson mit dem Verleger Watanabe zusammen, für den er auch einige Blätter schuf, die stärker stilisiert und in kräftigeren Farben und Kontrasten gehalten sind, wie z.B. der bekannte Kakadu auf dem Granatapfelzweig.
Seinen Hintergrund als Maler hat Koson nie verleugnet; das zeigt auch sich in seiner Vorliebe für das hohe und schmale Format: die darin auf einem oft nur leicht angedeuteten Hintergrund wirkungsvoll suggestiv angeordneten Pflanzen und Tiere lassen oft an Kakemono-e (Rollbilder) denken.
Eine Besonderheit seiner Bilder ist die Einbeziehung der Holzmaserung des Druckplatte für den Hintergrund, die, fein abschattiert, eine weiche, an Seidengrund erinnernde, beinahe dunstige Atmosphäre kreiert, aus der das jeweils porträtierte Tier sich in seinem Wesen besonders hervorhebt.
1) angeboten von: Galerie am Haus der Kunst – Japankunst – München

Zwei graue Koi (japanische Schmuckkarpfen) im Wasser unter weißem Lotos. Signatur: Shôson, Siegel: Shôson, Verleger: Watanabe, Datum: ca. 1933, Format: Shikishiban, 27,2 x 24,1 cm.
2) angeboten von: Galerie am Haus der Kunst – Japankunst – München

Drei rote Koi (japanische Schmuckkarpfen) im Wasser. Signatur: Shôson, Siegel: Shôson, Verleger: Watanabe, Datum: ca. 1930, Format: Ôtanzaku, 16,6 x 38 cm.