Utagawa Hiroshige
(1797 – 1858)
11. Dezember 2008 von japankunst
Meister des japanischen Holzschnitts
Hiroshige, einer der bekanntesten Holzschnittmeister der Edozeit, wurde 1797 unter dem Namen Andô Tokutarô in Edo (Tôkyô) geboren. Sein Vater, Andô Gen’emon, war Samurai und Feuerwehroffizier in Edo. So wurde dem Jungen standesgemäß eine umfassende und gute Ausbildung zuteil.
Seinen ersten Unterricht im Zeichnen und Malen erhielt er von Okajima Rinsai, einem Maler der traditionellen Kanô-Schule, der ebenfalls Feuerwehrmann war und somit ein Nachbar und Freund der Familie. Aber schon früh verlor der junge Hiroshige seine Eltern und erbte 1809 das Feuerwehramt seines Vaters.
Hiroshiges künstlerisches Talent und seine Neigung zum Zeichnen, Malen und Dichten waren bei ihm schon als Jugendlicher stark ausgeprägt, und die täglichen Pflichten als Feuerwehrmann nahmen nicht zu viel Zeit in Anspruch. So entschied er sich 1811, im Alter von 14 Jahren, in die Schule des Ukiyo-e-Meisters Utagawa Toyohiro einzutreten. Schon ein Jahr später erhielt er von seinem Meister den Schulnamen ‘Utagawa’ und ‘Hiroshige’ als persönlichen Namen.
Hiroshige blieb bis zum Tode des Meisters, 1828, in dessen Atelier. Schon 1823 übergab er sein Amt als Feuerwehrmann an seinen Sohn Nakajiro, um sich ganz der Kunst widmen zu können. Die ihm angetragene Nachfolge seines Lehrmeisers als Toyohiro II, lehnt er ab.
In seiner Lehrzeit von 1811 bis etwa 1828/30 entwickelte er große Fähigkeiten in der Buchillustration und im Malen von Holzschnittvorlagen. Sein erstes Werk auf dem Gebiet der Buchillustration erschien schon 1818. Im Laufe der folgenden 10 Jahre schuf Hiroshige außerordentlich gelungene Figurendarstellungen von Schauspielern, Kriegern und Frauen.
Hiroshiges erste Landschaftsdarstellungen wurden 1831 veröffentlicht mit der 10 Blatt umfassenden Serie ‘Tôto meisho’ (Berühmte Ansichten von Edo). Sie entstanden unter dem Einfluß von Hokusais großem Erfolg der ’36 Ansichten des Fuji’, aber zeigen schon seinen eigenen, unverwechselbaren Stil.
Im folgenden Jahr, 1832, begleitete er in offiziellem Auftrag seinen Landesherren, den Shogun, auf dem Weg von Edo nach Kyôto. So lernte er erstmals die Tôkaidô-Straße kennen und fertigte viele Skizzen der Landschaft, seiner Bewohner, der Rastplätze und wichtiger Ereignisse während der Reise. Als Ergebnis erschienen 1833/34 seine ’53 Stationen des Tôkaidô’, eine Serie von Farbholzschnitten, die den Künstler Utagawa Hiroshige über Nacht berühmt machte und ihm später zu Weltruhm verhalf.
Hiroshige unternahm zahlreiche Reisen in Japen, um Skizzen von Landschaft, Menschen und Tieren anzufertigen, die dann in neuen Holzschnittserien stimmungsvoll umgesetzt wurden.
Nach dem Tod seines Sohnes Nakajirô, 1845, adoptierte Hiroshige seinen Schüler Shigenobu, den späteren Hiroshige II. Hiroshige selbst starb im Alter von 62 Jahren während einer Cholara-Epidemie im Herbst 1858 in Edo.
1) angeboten von: Galerie am Haus der Kunst – Japankunst – München

Lastenträger überqueren die Brücke zu einem Dorf. Titel: Hodogaya, Shimmachi-bashi (Die Shimmachi-Brücke in Hodogaya) (Stat. Nr. 5). Serie: Tôkaidô gojûsan-tsugi no uchi (Von den 53 Stationen der Tôkaidô-Landstraße). Signatur: Hiroshige ga, Verleger: Hôeidô u. Senkakudô, Zensur: Kiwame, Datum: 1833-34, Format: Oban, 22,9 x 35,4 cm. Ausgezeichnet in Druck und Farben. Früher Zustand. Zu den Seiten leicht knittrig. Insgesamt sehr schöner bis ausgezeichneter Zustand in selten schönem Druck.
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Der Zug eines Daimyo (Fürsten) überquert die Bucht von Imagiri bei Arai auf Fährbooten. Titel: Arai, watashi-bune no zu (Die Fähre bei Arai) (Stat. Nr. 32). Serie: Tôkaidô gojûsan-tsugi no uchi (Von den 53 Stationen der Tôkaidô-Landstraße). Signatur: Hiroshige ga, Verleger: Takenouchi Magohachi (Hôeidô), Zensur: Kiwame, Datum: 1833-34, Format: Oban, 22,8 x 35,7 cm. Ausgezeichnet in Druck und Farben. Früher Zustand. Ecke links unten im Rand min. fingerfleckig, rechts unten im Rand druckbedingter blauer Fleck, wenige stecknadelkleine Löchlein im Rand. Insgesamt sehr schöner bis ausgezeichneter Zustand.
3) angeboten von: Galerie am Haus der Kunst – Japankunst – München

Seeohr, Halbschnabelhecht, neben einem Zweig mit Pfisichblüten. Serie: unbetitelte, sog. erste oder große Fisch-Serie, Signatur: Ichiryûsai Hiroshige ga, Verleger: (Eijudô), Datum: ca. 1832-24, Format: Oban, 25,3 x 37,2 cm. Gedichte von Kumogaki Fujimi und Miwagaki Mimiki. Sehr schöner Druck in ausgezeichneten und frischen Farben. Früher Druck, nach der Weglassung der Namen der Richter, aber vor der Hinzufügung des Verleger- und Kiwame-Siegels. Wenig ausgeprägte vertikale Mittelfalte, Knitterspuren, zwei minimale stecknadelkleine Wurmlöchlein, ein kleines Loch unten am Rand in der Mitte gut restauriert. Verso in der unteren linken Ecke ovales rotes Sammlersiegel. Insgesamt sehr schöner Zustand dieses sehr seltenen Blattes!