Kawase Hasui
(1883 – 1957)
9. Juli 2010 von japankunst
Geboren als Kawase Bunjirô am 18. Mai 1883 in Tokio als ältester Sohn einer Kaufmannsfamilie. Da er ein kränkliches Kind war, verbrachte er lange Zeit bei einer Tante in Shiobara (Präfektur Ibaragi), der Heilquellen und des gesunden Bergklimas wegen. Von klein auf schon malend und zeichnend, entwickelte er wohl dort die sein ganzes künstlerisches Leben fortan bestimmende Liebe zur Landschaft.
Mit vierzehn Jahren beginnt er eine Ausbildung zum Maler, die er jedoch nach zwei Jahren beenden muß, um in das Familiengeschäft einzutreten. Die folgenden Jahre versucht er vergeblich, seine künstlerischen Interessen mit denen des Familienbetriebs in Einklang zu bringen, entscheidet sich zuletzt für die Kunst und bewirbt sich um Aufnahme als Schüler bei Kaburagi Kiyokata (1878-1973), dem einflußreichen Maler und Illustrator, der noch bei Yoshitoshi gelernt hatte.
Zuerst abgelehnt, studierte er die beiden folgenden Jahre westliche Malerei bei Okada Saburôsuke (1869-1939) und bewirbt sich darauf erneut – diesmal erfolgreich – bei Kiyokata, wo er japanische Malerei (Nihonga) lernt und von dem er den Künstlernamen Hasui erhält.
Angeregt durch Itô Shinsuis “Acht Ansichten von Ômi”, entstehen 1918 Hasuis erste Landschafts-Farbholzschnitte – Bilder aus Shiobara, dem Ort seiner Kindheit.
Schon diese frühen Blätter zeigen jene für Hasui charakteristische, differenzierte Darstellung der Lichtstimmungen, die Oberflächentextur, die den handwerklichen Herstellungsprozeß nicht verleugnet, ihn im Gegenteil sogar oft hervorhebt, die realistische aber gleichwohl stilisierte Darstellung, die kräftige, tiefe und doch nicht grelle Farbigkeit.
Gedruckt wurden diese Blätter bei dem engagierten Verleger Watanabe Shôzaburô (1885-1962), der damals gerade jene Künstler um sich zu scharen anfing, die man heute – nach einem von Watanabe geprägten Wort – unter dem Begriff “Shin Hanga” (Neuer Druck) kennt. In einer lebenslang andauernden fruchtbaren Zusammenarbeit gab Watanabe die Mehrzahl von Hasuis über 600 Farbholzschnitten heraus.
In den nun folgenden Jahren reiste Hasui immer wieder durch ganz Japan, unermüdlich Motive sammelnd und skizzierend, die er, zurück in Tokio, mit Watanabe und dessen Holzschneidern und Druckern umsetzte.
Das verheerende Kantô-Erdbeben von 1923 und das darauf folgende Feuer vernichtete nicht nur Hasuis Privathaus samt seinen Skizzenbüchern, sondern auch Watanabes Geschäftsraume und die darin befindlichen Drucke und Druckstöcke. Drucke Hasuis, die vor dieser Zeit entstanden, sind daher äußerst selten.
Mit Watanabes Hilfe nahm er jedoch bald wieder seine Reisen auf und es entstanden in den 30er Jahren, seiner produktivsten Zeit, wieder Ansichten der verschiedensten japanischen Orte und Landschaften zu allen Jahres- und Tageszeiten.
Ein besonderer Reiz lag für Hasui in der Darstellung von Schnee und Regen, sowie des morgendlichen und abendlichen Dämmerlichts, der “blauen Stunden”, wie eine Vielfalt solcher Bilder bezeugt.
Auch im Ausland, vornehmlich in den Vereinigten Staaten, wurden Hasuis Bilder bald vielfach ausgestellt und gesammelt, hatte es doch seit Hiroshige niemand mehr gegeben, der sich mit einer solchen Beharrlichkeit der Darstellung japanischer Landschaft gewidmet hatte.
Doch anders als Hiroshige beschränkte sich Hasui nicht auf den Kanon der “Meisho”, der berühmten Landschaften und Orte Japans, sondern seine Bilder zeigen auch bis dahin als unspektakulär geltende Landschaften, wie etwa verschwiegene Dorfränder, verregnete menschenleere Straßen, deren oft melancholisch verhaltene, manchmal wehmütige Stimmung sich auf den Betrachter unmittelbar zu übertragen vermag.
Hasuis lebenslanges Schaffen und seine Bemühung um die Kunst des japanischen Holzschnitts wurde 1956, ein Jahr vor seinem Tod, durch die Verleihung des höchsten Ehrentitels für einen Künstler in Japan, die Ernennung zum “Lebenden Nationalschatz”, gewürdigt.
Kawase Hasui (1883 – 1957)Geboren als Kawase Bunjirô am 18. Mai 1883 in Tokio als ältester Sohn einer Kaufmannsfamilie. Da er ein kränkliches Kind war, verbrachte er lange Zeit bei einer Tante in Shiobara (Präfektur Ibaragi), der Heilquellen und des gesunden Bergklimas wegen. Von klein auf schon malend und zeichnend, entwickelte er wohl dort die sein ganzes künstlerisches Leben fortan bestimmende Liebe zur Landschaft.
Mit vierzehn Jahren beginnt er eine Ausbildung zum Maler, die er jedoch nach zwei Jahren beenden muß, um in das Familiengeschäft einzutreten. Die folgenden Jahre versucht er vergeblich, seine künstlerischen Interessen mit denen des Familienbetriebs in Einklang zu bringen, entscheidet sich zuletzt für die Kunst und bewirbt sich um Aufnahme als Schüler bei Kaburagi Kiyokata (1878-1973), dem einflußreichen Maler und Illustrator, der noch bei Yoshitoshi gelernt hatte.
Zuerst abgelehnt, studierte er die beiden folgenden Jahre westliche Malerei bei Okada Saburôsuke (1869-1939) und bewirbt sich darauf erneut – diesmal erfolgreich – bei Kiyokata, wo er japanische Malerei (Nihonga) lernt und von dem er den Künstlernamen Hasui erhält.Angeregt durch Itô Shinsuis “Acht Ansichten von Ômi”, entstehen 1918 Hasuis erste Landschafts-Farbholzschnitte – Bilder aus Shiobara, dem Ort seiner Kindheit.
Schon diese frühen Blätter zeigen jene für Hasui charakteristische, differenzierte Darstellung der Lichtstimmungen, die Oberflächentextur, die den handwerklichen Herstellungsprozeß nicht verleugnet, ihn im Gegenteil sogar oft hervorhebt, die realistische aber gleichwohl stilisierte Darstellung, die kräftige, tiefe und doch nicht grelle Farbigkeit.Gedruckt wurden diese Blätter bei dem engagierten Verleger Watanabe Shôzaburô (1885-1962), der damals gerade jene Künstler um sich zu scharen anfing, die man heute – nach einem von Watanabe geprägten Wort – unter dem Begriff “Shin Hanga” (Neuer Druck) kennt.In einer lebenslang andauernden fruchtbaren Zusammenarbeit gab Watanabe die Mehrzahl von Hasuis über 600 Farbholzschnitten heraus.
In den nun folgenden Jahren reiste Hasui immer wieder durch ganz Japan, unermüdlich Motive sammelnd und skizzierend, die er, zurück in Tokio, mit Watanabe und dessen Holzschneidern und Druckern umsetzte.Das verheerende Kantô-Erdbeben von 1923 und das darauf folgende Feuer vernichtete nicht nur Hasuis Privathaus samt seinen Skizzenbüchern, sondern auch Watanabes Geschäftsraume und die darin befindlichen Drucke und Druckstöcke. Drucke Hasuis, die vor dieser Zeit entstanden, sind daher äußerst selten.
Mit Watanabes Hilfe nahm er jedoch bald wieder seine Reisen auf und es entstanden in den 30er Jahren, seiner produktivsten Zeit, wieder Ansichten der verschiedensten japanischen Orte und Landschaften zu allen Jahres- und Tageszeiten.Ein besonderer Reiz lag für Hasui in der Darstellung von Schnee und Regen, sowie des morgendlichen und abendlichen Dämmerlichts, der “blauen Stunden”, wie eine Vielfalt solcher Bilder bezeugt.Auch im Ausland, vornehmlich in den Vereinigten Staaten, wurden Hasuis Bilder bald vielfach ausgestellt und gesammelt, hatte es doch seit Hiroshige niemand mehr gegeben, der sich mit einer solchen Beharrlichkeit der Darstellung japanischer Landschaft gewidmet hatte.
Doch anders als Hiroshige beschränkte sich Hasui nicht auf den Kanon der “Meisho”, der berühmten Landschaften und Orte Japans, sondern seine Bilder zeigen auch bis dahin als unspektakulär geltende Landschaften, wie etwa verschwiegene Dorfränder, verregnete menschenleere Straßen, deren oft melancholisch verhaltene, manchmal wehmütige Stimmung sich auf den Betrachter unmittelbar zu übertragen vermag.Hasuis lebenslanges Schaffen und seine Bemühung um die Kunst des japanischen Holzschnitts wurde 1956, ein Jahr vor seinem Tod, durch die Verleihung des höchsten Ehrentitels für einen Künstler in Japan, die Ernennung zum “Lebenden Nationalschatz”, gewürdigt.
1) Angeboten von Galerie am Haus der Kunst Monika Schmidt, München
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